"Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen zu surfen."  

Jon Kabat-Zinn

MBSR- Kurse

Der 8-wöchige MBSR-Kurs stellt ein standardisiertes Kursprogramm dar, deren Wirksamkeit in vielen wissenschaftlichen Studien überprüft wurde. Die Inhalte des Programms sind Achtsamkeitsübungen, kurze Vorträge, Reflexionen, Erfahrungsaustausch in der Gruppe und das Üben zu Hause. 

Angehende Klinische Psychologen und Gesundheitspsychologen haben die Möglichkeit, den MBSR-Kurs als Selbsterfahrung nach den Richtlinien der ÖAP zu absolvieren (37 Einheiten). 

Psychologische Einzelberatung, Behandlung und Coaching

Gerne biete ich Achtsamkeitstraining auch im Einzelsetting an. Zudem biete ich psychologische Beratung und Behandlung sowie Coaching an. 

Schwerpunktthemen:
- Umgang mit schwierigen Gefühlen
- Stressbewältigung 
- Psychosomatische Beschwerden 
- Achtsamkeit und Entspannung
- Gesundheitsförderung
- Selbstfürsorge 

Achtsamkeit - Ein Weg zu einem 

bewußten Leben mit Kindern 

Mag. Martina Jaffe

  

"Du kannst die Wellen nicht stoppen, 

aber du kannst lernen zu surfen."


Jon Kabat-Zinn


Dieses sehr bekannte Zitat von Jon Kabat-Zinn beschreibt sehr treffend, was die Praxis der Achtsamkeit für mich darstellt. Häufig können wir uns unsere Lebensumstände nicht selbst aussuchen und haben manchmal auch das Gefühl von ihnen bzw. den Emotionen, die sie mit sich bringen, überschwemmt zu werden. Dies erinnert an Wellen, die man nicht unter Kontrolle hat. Wenn man so durchs Leben geht, entsteht schnell einmal ein Gefühl von Hilflosigkeit. Achtsamkeit kann dabei helfen zu erkennen, dass man jedoch den Lebensumständen keineswegs ausgeliefert ist. Man hat immer die Möglichkeit, Situationen, die auf den ersten Blick unveränderlich scheinen, anzunehmen und anders zu bewerten. Statt gegen die Wellen anzukämpfen, kann man sich vom Wasser tragen lassen. Die Akzeptanz dessen was ist sowie eine freundliche Haltung sich selbst, anderen und dem Leben gegenüber eröffnet uns einen völlig neuen Zugang. So werden auch schwierige Situationen im Leben und Herausforderungen bewältigbar. Wir lernen zu surfen. 


Achtsamkeit wird von Jon Kabat-Zinn beschrieben als eine besondere Art aufmerksam zu sein – bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen. Er beschreibt sie zudem als „die Kunst, bewusst zu leben“. 


Im Leben mit Kindern bedeutet Achtsamkeit genau das – sich und seinen Kindern wohlwollende, freundliche, annehmende Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist damit auch gemeint, sich in Mitten des häufig chaotischen Alltags immer wieder bewusste Momente zu gönnen. Es bedeutet, sich kleine Auszeiten zu schenken, in denen man den aktuellen Moment genießt und somit weder mit Erlebnissen aus der Vergangenheit noch damit beschäftigt ist, was in der Zukunft passiert und was noch alles zu erledigen ist. So kann man sich z.B. dem Lachen seines Kindes oder dem Gefühl der Sonne auf der Haut bewusst zuwenden. 


Achtsamkeit bedeutet nicht, dass man alles akzeptieren muss, was im Leben passiert, dass man nie wieder schlecht gelaunt sein oder kritische Gedanken haben darf und dass man sich nur glücklichen Momenten zuwendet. Es bedeutet vielmehr, dass man sich nicht dafür verurteilt, sondern bewusst wahrnimmt und akzeptiert, wenn es gerade schwierig ist. 

  

Gerade, wenn man im Stress ist, sich überfordert fühlt oder einfach viel zu tun hat, neigen wir dazu, automatisch zu reagieren. Wenn man sich mit Achtsamkeit begegnet, wird es möglich, auch in schwierigen Situationen innezuhalten und bewusst zu entscheiden, wie man reagieren möchte. Man wird sich seiner Gefühle bewusst, lernt diese zuzulassen und wieder gehen zu lassen. Bedürfnisse, die hinter den Gefühlen stehen, werden einem bewusst und man kann wahrnehmen was man braucht und so für sich sorgen. 


Es ist genau diese Haltung und Herangehensweise, die auch im Umgang mit Kindern sehr hilfreich ist. Schon Babys können sehr intensive Emotionen haben, die auch auf uns Mamas sehr stark wirken können. Achtsamkeit hilft dabei, bei sich selbst zu bleiben und auch die Gefühle der Kinder bewusst wahrzunehmen, anzunehmen und zu erkennen, welches Bedürfnis dahinter steckt. So wird es möglich, mit mehr Mitgefühl auf unsere Kinder zu reagieren und uns nicht dafür zu verurteilen, wenn wir doch einmal in Stress geraten und uns nicht so verhalten, wie wir uns das wünschen würden. 


Achtsamkeit hilft dabei, sich seinen Gefühlen zuzuwenden, auch oder gerade wenn sie schwierig sind. Im Alltag neigen wir häufig dazu, unsere Gefühle (z.B. Angst, Wut, Trauer) abzulehnen, uns von ihnen abzuwenden oder uns abzulenken, um sie nicht spüren zu müssen. Dies kann im ersten Moment Erleichterung verschaffen und uns kurzfristig helfen, mit schwierigen Gefühlen umzugehen. Normalerweise werden aber Gefühle, die wir wegzuschieben versuchen, intensiver. Wenn man sie annimmt, sich ihnen zuwendet und im Körper spürt, kann man jedoch feststellen, dass sich diese verändern. Wenn man sie annimmt, wird es möglich, sie zuzulassen und loszulassen. 


Es ist genau das, was man vor allem bei Babys und kleinen Kindern sehr gut beobachten kann. Diese können in einem Moment zufrieden und glücklich sein, im nächsten Moment verzweifelt weinen, um dann wieder zu einem ausgeglichenen Zustand zurückzukehren. Generell leben kleine Kinder im Hier und Jetzt. Es kann sehr bereichernd sein, sich von ihnen in den aktuellen Moment mitnehmen zu lassen, beispielsweise das Essen mit allen Sinnen zu geniessen und die Welt mit einer Neugier zu betrachten, als würde man vieles zum ersten Mal sehen oder erleben. Für mich waren und sind meine Töchter die besten Achtsamkeitslehrerinnen. Ich habe seitdem sie auf der Welt sind, sehr viel über mich und über sie gelernt. Dieses Lernen ist sicher noch lange nicht abgeschlossen und irgendwann werden auch meine Töchter vielleicht lernen wollen, zu surfen. Ich möchte die Zeit mit ihnen so bewusst wie möglich erleben und auch anderen ermöglichen, eigene Erfahrungen mit Achtsamkeit zu machen.